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Politikwissenschaft ArtikelPolitikwissenschaft (oft auch als Politologie oder Politische Wissenschaft genannt) ist eine Disziplin der Sozialwissenschaften, die sich mit dem wissenschaftlichen Studium der Politik beschäftigt.
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Sie beschäftigt sich mit dem Zusammenleben der Bürger und mit der Frage, wie dieses Zusammenleben unter institutionellen, prozeduralen und sachlich-materiellen Gesichtspunkten allgemeinverbindlich geregelt werden soll und geregelt ist.
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Der Streit um den Namen für diese Disziplin ist in Deutschland so alt wie die Disziplin selbst. Während in dem Englischen die Nennung political science seit langem etabliert ist, tat man sich in dem Nachkriegsdeutschland nach den Erfahrungen der Nazizeit schwer mit dem Begriff einer politischen Wissenschaft, weil dieser bei einigen Leuten Assoziationen mit einer politisierten Wissenschaft hervorrief. Heute sind die Nennungen Politikwissenschaft(en) und Politologie in dem deutschsprachigen Raum geläufig, wobei die meisten Institute erstere offiziell benutzen.
Auch wenn umgangssprachlich häufig von einem Politikstudium oder ähnlichem die Rede ist, ist deutlich zu unterscheiden zwischen den Begriffen Politikwissenschaft und Politik. Ein Politiker macht Politik, ein Politikwissenschaftler (oder Politologe) setzt sich wissenschaftlich mit politischen Fragen auseinander.
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Teilweise begreift sich die Politikwissenschaft als Integrationswissenschaft der Staatswissenschaften. Die Absicht war hier die Heranbildung von Generalisten, die in Organisationen und Verwaltung das nötige Sachverständnis hatten um ihre Funktionen und Ämter führen zu können.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auch das Selbstverständnis als Demokratiewissenschaft populär, d.h. Wissenschaft von der Funktionsweise der Demokratie, die insbesondere Mittler wie Lehrer befähigen sollte, den demokratischen Gedanken zu vermitteln und somit das demokratische Denken in der Bevölkerung zu verankern. Die demokratische Kontinuität der Weimarer Republik war durch das NS-Regime unterbrochen worden, ferner war die Idee des liberalen Rechtsstaats und der Parlamentarischen Demokratie in der Weimarer Republik massiv von Vertretern des rechten wie des linken Spektrums kritisiert worden. Ein herausragender Vertreter dieser Parlamentarismus- wie Liberalismuskritik war Carl Schmitt, der auch an der Deutschen Hochschule für Politik Berlin lehrte. Demgemäß beschäftigte sich die frühe Politikwissenschaft hauptsächlich mit Institutionen wie beispielsweise Parteien, Gewerkschaften, dem Parlament oder der Bundesregierung.
Heute bezeichnet man dies als Polity.
Mit dem politischen und wissenschaftlichen Erfolg der Bundesrepublik Deutschland wurde dort die Erforschung der Prozesse stets wichtiger, man versuchte zu verstehen wie ein Gesetz tatsächlich zustande kommt anstatt ca. die Institutionen zu behandeln die formal an der Entscheidung über ein Gesetzgebungsverfahren beteiligt sind. Eine wichtige Rolle spielen hier Verbände.
Man versuchte somit, den tatsächlichen Willensbildungsprozess ( Politics ) zu analysieren und zu verstehen.
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Schließlich versuchte man einzelne Politiksektoren wie z.B. Gesundheitspolitik zu behandeln, wobei hier Sachwissen zu Beurteilung der tatsächlichen Sachprobleme erforderlich ist. Diese neuere Teildisziplin der Politikwissenschaft behandelt also Politik unter dem Aspekt der policy. Die Policyforschung oder auch Politikfeldforschung spielt auch für die Politikberatung eine größer werdende Rolle, weil sich der Politik hier auf wissenschaftlich fundierte Beratung verlassen kann. Problematisch sind hier aber zu dem einen die Grenzen der Wissenschaftlichkeit solcher Beratungen, zu dem anderen wird ein Politiker geneigt sein sich Gutachten zu bestellen bei denen er davon ausgehen kann dass der Gutachter seine Überzeugungen teilt beziehungsweise diese an die Überzeugungen des Auftragsgebers anpasst. Spöttisch werden solche Gutachten in der Politikwissenschaft aber auch in anderen Disziplinen wie beispielsweise der Rechtswissenschaft oder den Wirtschaftswissenschaften als Schlechtachten genannt.
Die Paradigmen der Integrationswissenschaft und der Demokratiewissenschaft werden daher heute zunehmend durch die Teilung der Disziplin Politikwissenschaft in die Teildisziplinen Polity, Politics und Policy ersetzt.
Zu ihren wichtigsten Gegenständen gehören die Strukturprobleme der Demokratie, Systemkonkurrenz von Sozialismus und Kapitalismus, politische Parteien und soziale Bewegungen, internationale Beziehungen, Staatsinterventionen und Wirtschaft, politische Haltungen und Bewusstseinsformen, öffentliche Meinung, Massenmedien und Wahlverhalten .
Ein populärer Irrtum besteht darin, dass Politikwissenschaft als wissenschaftliche Fortsetzung der (Partei)politik verstanden wird.
Vielmehr ist aber Gegenstand der Politikwissenschaft die wissenschaftliche Analyse von Politik.
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Ausbildung zu dem Politikwissenschaftler | |
In der Nachkriegszeit wurden z.B. an den Universitäten Köln, Mainz und Bonn zahlreiche Institute für Politikwissenschaft gegründet. Daneben existieren auch einzelne Lehrstühle und Professuren an manchen Universitäten. Somit bieten viele Universitäten ein Studium der Politikwissenschaft an, im man zu dem Politikwissenschaftler ausgebildet wird.
Das älteste und größte Institut für Politikwissenschaft in Deutschland ist das Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin, das 1959 aus der Deutschen Hochschule für Politik hervorging.
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